Archiv für die Kategorie ‘Interkulturell’

Montag, 08. September 2008

Arbeiten in internationalen Teams

Gerade in Zeiten der Globalisierung ist es heute nichts ungewöhnliches, dass sich Teams international zusammen setzen. Das erfordert im Grunde von jedem Einzelnen eine hohe soziale Kompetenz. Die Realität zeigt jedoch, dass aufgrund der fatalen Selbsteinschätzung von Führungskräften nicht gesehen wird, dass diese Teams oftmals externer Unterstützung bedürfen, um in kultureller Hinsicht noch besser im Alltag miteinander klar zu kommen. Allein über englische Sprachkenntnisse wird das nicht funktionieren. Genügend prominente Beispiele aus der Vergangenheit zeigen auch, dass die Unkenntnis bzw. das nicht Wahrhaben wollen von kulturellen Unterschieden sich auch stark auf das Miteinander auswirkt. Beispiel bietet hier die Vergangenheit in der Automobilindustrie.

Hier wurden zwar gerade noch Führungskräften Möglichkeiten gegeben, sich im unterschiedlichen kulturellen Miteinander zu üben, aber die Ebenen darunter mussten sich eben durchbeißen. Es geht dabei nicht nur darum, oberflächliche Spielregeln zu kennen, sondern sich auch mit dem Kollegen auseinander zu setzen. Im Grunde genommen ist es nichts neues, dass wir hier in unserem eigenen Land kulturelle Unterschiede feststellen und es nicht immer einfach ist, innerhalb Deutschlands Verständnis für die unterschiedlichen Verhaltensweisen aufzubringen.

Welche Fähigkeiten sind gefragt im nationalen und internationalen Umgang in Teams? Die ganze Bandbreite der sozialen Kompetenz.

Wichtig ist die Auseinandersetzung der eigenen Rolle im Team für sich zu klären und dann über eingeholtes Feedback abzurunden.

Also: welche Rolle spiele ich im Team, wie fülle ich diese Rolle (nicht meine Aufgaben) aus, wie setze ich meine Verantwortlichkeit um, wie nehme ich mich wahr und wie werde ich gerade von Menschen anderer Kultur wahrgenommen. Amerikaner sind aus unserer Sicht eher oberflächlich und immer gut drauf, was das eine und andere Mal auch als anstrengend empfunden wird. Deutsche sind die Grübler und Perfektionisten. Italiener sind gerne laut, „palavern“ viel und brauchen Zeit um zum Punkt zu kommen usw. So hat jede Nation ihre Klischees aufgedrückt bekommen und wir verhalten uns dann im kleinen ähnlich, anstatt uns auf unsere eigenen Wahrnehmungen zu verlassen. Und wenn in der Firmenphilosophie das Vorurteil herrscht z.B. Chinesen sind nicht offen, dann wird dieses Vorurteil gerne in den Alltag übernommen und nicht mehr offen kommuniziert.

Die häufig benannte Toleranz hat für jeden individuelle Grenzen. Da aber Toleranz geübt werden soll, ziehen sich lieber einige zurück, als kritische Äußerungen zu machen oder Feedback zu geben. Hier sollte sich jedes Team in einer

Was also begünstigt die Zusammensetzung internationaler Teams? Von der Fachkompetenz abgesehen ist es von großer Bedeutung, dass die Teammitglieder über eine persönliche Reife verfügen, die nicht unbedingt altersabhängig ist, sondern mit einer stabilen Persönlichkeit zusammen hängt. Risikobereitschaft und Ausdauer sind wichtige Eigenschaften, denn ängstliche Menschen scheuen sich davor, Entscheidungen zu treffen. Konfliktfähigkeit und Frustrationstoleranz sind ebenfalls notwendige persönliche Stärken. Hier geht es nicht um das Durchsetzen der eigenen Ideen oder Lösungen, sondern eher darum, Situationen auszuhalten und nicht persönlich zu nehmen (Sache und Beziehungsebene zu trennen).

Teamarbeit funktioniert sowieso nur, wenn sich die Teammitglieder mit Wertschätzung und Respekt begegnen.

So kann man für international zusammen gesetzte Teams resümieren:

Notwendig ist eine ausgeprägte Persönlichkeit, ohne autoritäres Verhalten, sondern ausgestattet mit den Merkmalen von Selbstsicherheit, Herzlichkeit, Gelassenheit, Selbstbeherrschung und Ausgeglichenheit sowie der Fähigkeit zur Selbstmotivation und der Integrationsbereitschaft. Eine dicke Portion an Neugier hat in diesem Zusammenhang noch

Interkulturelle Kompetenz

Donnerstag, 21. August 2008

Wir beschlossen heute ein interkulturelles Coaching mit dem schönen Spruch:

Achte auf Deine Gedanken, denn Deine Gedanken werden Worte.

Achte auf Deine Worte, denn Deine Worte werden Werte.

Achte auf Deine Werte, denn Deine Werte bestimmen Dein Handeln.

Achte auf Dein Handeln, denn Dein Handeln bestimmt Deine Gewohnheiten.

Achte auf Deine Gewohnheiten, denn Deine Gewohnheiten bestimmen Deine Bilder.

Achte auf Deine Bilder, denn Deine Bilder bestimmen Deinen Charakter.

Achte auf Deinen Charakter, denn Dein Charakter bestimmt Dein Schicksal.

Während dieses Coachings ist mal wieder deutlich geworden:

Vorstellungen von anderen Kulturen entstehen meistens nicht durch interkulturelle Begegnung, sondern durch die Übernahme gängiger Sichtweisen im gewohnten so­zialen Umfeld und sind in der Regel sehr stabil. Die Vorstellungen, Bilder, Images von Ländern, Völkern und Kulturen sind sehr unterschiedlich und häufig mit Einstellungen verbunden, das heißt mit wertenden Stellungnahmen.

Dies wirft Fragen nach Möglichkeiten und Erkenntnissen zur Überwindung von Kommunikati­onsbarrieren und Klärung von Konflikten auf. Kommunikation und soziale Beziehun­gen funktionieren auf der Grundlage der jeweiligen Kulturen. Kulturbegegnungen bewusst zu steuern und zum Gegenstand von professionellen Handlungsstrategien zu machen wird zur neuen Schlüsselqualifikation: “interkulturelle Kompetenz”.

Fußball WM – Was macht den Schweizer aus???

Dienstag, 24. Juni 2008

Zitat: (NZZ vom 21.6.2008)

Das typisch Schweizerische ist für mich das historisch unbelastete Miteinander-sprechen-Können. Es gibt in der schweizerischen Geschichte keinen Diktator, der eine Hälfte der Bevölkerung verfolgt, missbraucht oder geknechtet hätte. Infolgedessen gibt es von den Geknechteten kein Ressentiment gegen die Nichtgeknechteten. Ferner: Das Land war nie geteilt; es musste nicht später (und mühsam, wenn überhaupt) wiedervereinigt werden. Wieder gab es keine Begünstigten und keine Nichtbegünstigten. Es gibt in der schweizerischen Geschichte nicht einmal einen Wüterich oder einen schlecht erzogenen Rüpel, über den die Nachfahren heute noch böse Artikel in den Zeitungen schreiben müssten. Das typisch Schweizerische ist, dass das nationale Leben ohne Schuldige auskommen darf. Es gibt in der schweizerischen Geschichte keine kollektiven politischen Irrtümer, weder vor noch nach einem Krieg, ja es gibt, wie jeder weiss, nicht einmal einen Krieg, der die einen mit ewiger Scham und die anderen mit ewiger Rache zurückgelassen hätte.

Man kann in dieser Weise fortfahren, die Liste der ausgebliebenen Zwischenfälle zu verlängern; unterm Strich kommt immer dasselbe heraus: Schweizer müssen, wenn sie miteinander sprechen, keine alten Rechnungen begleichen. Die meisten Schweizer reden nie von diesem Vorteil. Das ist es: Die Freiheit liegt in der Referenzlosigkeit ihrer Sprecher. Jeder Schweizer kann mit Sprechen dort anfangen, wo für ihn ein möglicher Anfang zu liegen scheint. Denn einen wirklichen Vorteil bringt eine Freiheit nur dann, wenn der Gebrauch dieser Freiheit bewusstlos geschehen darf.

Gelesen in der Neuen Züricher am Wochenende…… .

der trockene Kommentar meiner Schweizer Freundin:

Wie witzig - von der Seite habe ich das ja noch nie betrachtet  ;-)   Und
interessant zugleich... Vielleicht macht das wirklich was aus...